Die Rasur ist das ultimative, männliche Pflegeritual. Ihre Tradition beginnt bereits in der Steinzeit: Höhlenmalereien erzählen von Männern, die mit geschärften Steinen oder Muscheln ihren Bart stutzen. Überwiegend glattrasiert waren die Ägypter – nur Könige durften als Zeichen ihrer Macht den blau gefärbten Kinnbart tragen. Sie entwickelten Klingen aus Kupfer und Bronze, die übrigens auch bei der Ganzkörperrasur zum Einsatz kamen. Die Sumerer dagegen bereiteten Rasiercremes aus Tierfett und Aschelauge zu. Schon im Mittelalter spezialisierten sich Barbiere (frz. barbe, „Bart“) auf die Bartpflege und den perfekten Umgang mit einem Rasiermesser.

1901 nahm die Rasurentwicklung mit der bahnbrechenden Erfindung von King Camp Gillette eine Wende, die bis heute wegweisend ist. Der Handelsvertreter aus Baltimore entwarf einen Sicherheitsrasierer mit austauschbarer Klinge. Ein berühmter deutscher Philosoph sagte mal

Die Rasur ist das Abzeichen höherer Zivilisation.

Arthur Schopenhauer (1788 – 1860)

Die richtige Art und Weise sich zu rasieren ist heute schon fast eine verlorene Kunst. Ein großer Teil der heutigen Durchschnittsmänner kennen nicht einmal die Vorzüge der traditionellen Nassrasur, welche schon von ihren Vätern, und deren Vätern davor, praktiziert wurde. Stattdessen haben sie sich an die modernen Wegwerfartikel gewöhnt, welche uns die Marketingabteilungen namhafter Rasier-Unternehmen (mithilfe eines gigantischen finanziellen Aufwands) schmackhaft machen wollen. Ich weiss nicht wann oder wieso die Weitergabe dieser Tradition ihr Ende gefunden hat, ich freue mich jedoch darüber, dass dieses glorreiche, männliche Ritual dank der tollen Arbeit meines Team seit neustem wieder mehr Anklang findet.

Apo Atalay